Nachdem ich Muse erlebt habe, habe ich Airbnb vollständig verkauft.
Ein erfahrener Analyst, der stark in Airbnb investiert war, entschied sich, alle seine Airbnb-Bestände zu verkaufen, nachdem er die Meta AI-Anwendung Muse nur zehn Tage ausprobiert hatte. Er ist der Meinung, dass Muse nicht nur seine Vorlieben erkennt, sondern ihm auch hilft, Unterkünfte direkt zu buchen und dabei 60 % günstiger als über Airbnb zu sein. Sobald KI-Agenten für dich Preisvergleiche anstellen, Buchungen stornieren und neu buchen, werden die "Traffic-Burggräben", von denen Internetplattformen leben, ernsthaft beeinträchtigt – und die Ära des "proaktiven E-Commerce" könnte beginnen.
Im Silicon Valley und an der Wall Street wird unaufhörlich darüber diskutiert, wie KI die Geschäftswelt verändern wird. Doch wenn Theorie zur Realität wird, sind es vielleicht ausgerechnet die großen Internetplattformen, die diesen Wandel als Erste zu spüren bekommen.
Kürzlich führten Moderator Drew und der unabhängige Aktienanalyst Mostly Borrowed Ideas (nachfolgend MBI), der mehr als 150.000 Follower besitzt, in dem bekannten Finanzpodcast „The Synopsis“ ein tiefgehendes Gespräch.
MBI erzählte, dass er etwa zehn Tage nach der Veröffentlichung von Meta's Muse diese App heruntergeladen und getestet habe. Dieser Test führte letztlich zu einer Investitionsentscheidung – er verkaufte sämtliche seiner stark gewichteten Airbnb-Aktien und stockte stattdessen bei Meta weiter auf.
Im Verlauf des Gesprächs analysierten Drew und MBI intensiv, wie Meta's KI-Agent Muse das Geschäftsmodell von Plattformen wie Airbnb, Booking, Uber, DoorDash und Amazon grundlegend verändern könnte. Eine neue Ära des Geschäfts – „Proaktive Commerce“ (Proactive Commerce) – könnte gerade beginnen.

Links: Drew, rechts: Mostly Borrowed Ideas
Nach der Muse-Erfahrung: Airbnb komplett verkauft
Als intensiver Airbnb-Nutzer (über 7.000 Dollar Konsum in diesem Jahr) und Großinvestor reagierte MBI zunächst wie viele, skeptisch gegenüber der Behauptung, dass KI Plattformen für Online-Reisen (OTA) verdrängen könnte. Schließlich wollen Menschen Bilder ansehen, Bewertungen lesen und sogar mit Gastgebern chatten – herkömmliche KI-Textbots (wie frühe Versionen von ChatGPT) können diese Bedürfnisse kaum erfüllen.
Muse aber änderte seine Meinung.
MBI teilte seine Erfahrung: „Ich habe Muse gebeten, basierend auf meinen bisherigen Airbnb-Erfahrungen, fünf Unterkünfte im Umkreis von zwei Stunden Autofahrt zu empfehlen. Muse hat nicht nur automatisch meine Historie durchsucht, sondern analysierte sogar meine auf Instagram gespeicherten Reisereels, um meine Vorlieben präzise zu erkennen. Muse agierte wie ein echter Mensch, recherchierte und filterte im Hintergrund und präsentierte mir dann Optionen mit ausführlichen Bildern und Begründungen.“
Als MBI sich für ein Landhaus interessierte und fragte, ob eine Direktbuchung möglich sei, informierte ihn Muse binnen einer Minute: Ja, und man kann sogar abseits von Airbnb buchen, dabei 60% sparen. Muse war sogar bereits mit einer Kreditkarte verbunden – ein einziger Klick von MBI reichte zur Bezahlung.
„In diesem Moment wurde mir klar: Airbnb steht wohl auf der falschen Seite des Zukunftstrends.“ gab MBI offen zu.
Moderator Drew brachte aus klassischer Geschäftsperspektive ein Verteidigungsargument: „Airbnb's größte Schutzmauern sind das ‘Vertrauen’ und das ‘exklusive Angebot’. Ich persönlich möchte als Verbraucher nicht direkt mit Fremden im Internet handeln, Airbnb bietet Sicherheit bei Rückerstattung und Service. Außerdem haben viele Gastgeber gar keine eigene Website.“
MBI widersprach: KI-Agenten können durch das Sammeln von authentischen Bewertungen im gesamten Netz ein Vertrauensrating erstellen. Viel entscheidender: Im KI-Zeitalter muss der Gastgeber nur dem KI-Agenten sagen: „Hilf mir, dieses Objekt bei Booking und VRBO zu listen und den Kalender zu verwalten.“ Die Barriere des exklusiven Angebots fällt sofort. Gastgeber leiden schon lange unter der Dominanz einzelner Plattformen, das Problem waren bislang die hohen Reibungskosten der Multiplattformverwaltung – KI beseitigt diese Reibung.
Airbnb vs Booking: Wer ist widerstandsfähiger?
Nach MBIs Verkaufserfahrung richteten beide den Blick auf einen weiteren OTA-Giganten: Booking.
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Der Fluch des Direkt-Traffics: Airbnb erhält derzeit 90% seines Traffics „organisch/direkt“, was auch die hohen Margen erklärt. Im KI-Agenten-Zeitalter werden Verbraucher aber nicht direkt die Airbnb-App öffnen, sondern KI für die Reiseplanung nutzen. MBI prognostiziert, dass der direkte Traffic bei Airbnb in den nächsten 5-10 Jahren deutlich schrumpfen wird.
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Verschiebung der Kundengewinnungskosten: Booking muss derzeit ein Drittel seines Traffics teuer bei Google kaufen (über 5 Milliarden Dollar Marketingbudget jährlich). Wenn der Traffic von Google zu KI-Agenten wie Muse oder ChatGPT wandert, zahlt Booking das „Mautgeld“ eben woanders – die CAC könnte sogar sinken.
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Bewertungsschutz: Booking wird aktuell nur mit dem 10- bis 11-fachen des EBITDA bewertet – der Markt sieht Booking schon als „traditionelles Infrastrukturunternehmen“. Airbnb hingegen wird mit dem 30-fachen bewertet. Sollten beide künftig nur noch als Basis-KI-Infrastruktur dienen, wäre Airbnbs Bewertungskorrektur deutlich schmerzhafter.
Moderator Drew ergänzte noch einen Vorteil von Booking – das Loyalitätsprogramm: „Mehr als die Hälfte der Übernachtungen werden durch treue Mitglieder gebucht. Punkte und Gratis-Upgrades sorgen dafür, dass Verbraucher auch bei KI-Preisvergleichen tendenziell weiterhin bei Booking reservieren.“
Doch beide waren sich in einem Punkt einig: KI wird diese OTA-Plattformen nicht „besser“ machen. Im besten Fall halten sie gerade so ihren Status quo – sehr wahrscheinlich aber wird KI ihre langfristigen Ertragswachstumsraten deutlich drücken.
Amazon im Umbruch: Wenn KI den Warenkorb übernimmt
Wenn die Reiseindustrie als erstes getroffen wird, gilt das Gleiche für E-Commerce und lokale Services?
Beispiel Amazon. MBI weist darauf hin, dass Amazon vor allem im Bereich Werbung mit 76 Milliarden Dollar Umsatz gefährdet ist. „Früher öffneten wir Amazon und kauften fast automatisch eines der Top-3-Produkte – so funktioniert das System der Suchanzeigen. Aber KI-Agenten klicken keine Werbung. Gibst du der KI die Anweisung 'Qualität zuerst, dann Preis, zuletzt Lieferzeit', wird sie rigoros das beste Angebot im Netz finden.“
MBI berichtete, wie er eine T-Shirt-Werbung bei Meta sah und Muse testweise beauftragte, dies zu bewerten. Muse empfahl ausgerechnet nicht das Werbeprodukt, sondern erklärte, dass dessen Preis-Leistungs-Verhältnis schlecht und schlug bessere Alternativen vor.
Moderator Drew stimmte zu und schlug Amazons Lösungsweg vor: „Die Amazon-App ist aktuell schwach – nur 'Suchen-Kaufen' läuft reibungslos. Amazon muss sofort native KI-Fähigkeiten tief im eigenen Interface integrieren, um das 'User Interface' (UI) zu verteidigen. Solange Nutzer beim Shopping zuerst Amazon öffnen und die KI dort wirklich gut funktioniert, zusammen mit dem starken Logistiknetz, kann Amazon das Grundgeschäft sichern.“
Warum lokale Services (Uber und DoorDash) vorerst sicher sind
Verglichen mit OTA und E-Commerce, meinen Drew und MBI, dass DoorDash (Essenslieferung) und Uber (Ride-Hailing) später betroffen sein werden.
MBI analysiert: „Beides sind hochfrequente, impulsive Käufe mit niedrigen Einzelwerten. Bei Essensbestellungen wissen Nutzer oft gar nicht, was sie wollen – sie stöbern. Noch wichtiger: Lieferdienste sind Dreiecksnetzwerke (Plattform, Restaurant, Fahrer). KI kann zwar die Bestellung beim Restaurant übernehmen, aber das Ausliefern ist nicht ersetzbar. DoorDash verdient pro Bestellung nur 50 Cent, zeigt also, dass keine übermäßigen Gewinne abgeschöpft werden – das ist ein echter Burggraben.“
Moderator Drew sieht beim Ride-Hailing (Uber) größere Risiken als bei Essenslieferungen: „Wenn beim Essensservice etwas schiefgeht, braucht der Nutzer den Kundenservice – die Plattform hat beim After-Sales großen Wert. Bei Fahrdiensten jedoch, mit Waymo, Tesla und autonomem Fahren (AV) im Markt, wird die KI-Agentur sämtliche Plattformen in Sekunden vergleichen (Uber, Lyft, Waymo). Die Nutzerloyalität zu Uber sinkt auf Null – ein extrem harter Preiskampf wird in diesem Markt entstehen.“
Zukunftsvision: Das Zeitalter von „Proactive Commerce“?
Am Ende des Podcasts werfen die Experten gemeinsam einen neuen Begriff in den Raum, der künftig das Geschäft definieren könnte – „Proaktive Commerce“ (Proactive Commerce).
Klassisches Geschäft kennt zwei Typen: „Intent-getrieben“ (bei Amazon gezielt Bücher suchen) und „Discovery-getrieben“ (beim Scrollen durch Instagram entsteht Kaufverlangen durch Werbung).
KI-Agenten bringen eine dritte Variante. MBI schildert ein beunruhigend präzises Szenario: „Airbnb hat jetzt 'Buchen und später zahlen' eingeführt. Künftig wird KI wie Muse deine Mailbox lesen, erkennen, dass du eine Unterkunft reserviert, aber noch nicht bezahlt hast, und dir aktiv anbieten: 'Hey, ich habe gerade gesehen, dass das Hotel direkt über die Website 20% günstiger ist. Soll ich die Airbnb-Reservierung stornieren und neu buchen?'“
Ohne jegliche Nutzeranweisung sucht KI im Hintergrund 24/7 nach besseren Optionen und schlägt proaktiv Alternativen vor.
In diesem neuen Zeitalter fallen Geschäftsmodelle, die nur von Informationsasymmetrien und monopolisiertem Traffic leben und hohe „Mautgebühren“ verlangen, der KI zum Opfer. Für Investoren ist es an der Zeit, ihre Plattform-Aktien neu zu bewerten: In einer Zukunft mit KI als proaktivem Agenten – Sind sie weiterhin unverzichtbare Infrastruktur oder demnächst nur teure Vermittler, die umgangen werden?
Haftungsausschluss: Der Inhalt dieses Artikels gibt ausschließlich die Meinung des Autors wieder und repräsentiert nicht die Plattform in irgendeiner Form. Dieser Artikel ist nicht dazu gedacht, als Referenz für Investitionsentscheidungen zu dienen.
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