Der Yen fällt erneut unter 160! Besen spricht: Der Yen ist „unter Kontrolle“, die Bank of Japan wird „das Richtige tun“, und die „Abenomics“ sind am Ende angelangt.
Die Stärke des US-Dollars hat den Yen erneut unter die Marke von 160 gedrückt, da die Erwartungen an eine Intervention steigen. Inmitten dieser Marktspekulationen hat US-Finanzministerin Yellen Stellung bezogen und Klarheit geschaffen.
Der Yen fiel am Montag auf 160,11 und löste weitreichende Spekulationen über eine erneute koordinierte Intervention von USA und Japan aus. Yellen erklärte am Sonntag im Interview mit Reuters, dass die jüngste Yen-Entwicklung „in beträchtlichem Maße unter Kontrolle“ stehe und nicht mit der früheren „ungeordneten“ Marktsituation zu vergleichen sei, welche eine Intervention ausgelöst habe. Sie betonte zudem, dass sie erwartet, dass der Gouverneur der Bank of Japan, Kazuo Ueda, in der Geldpolitik „das Richtige tun wird“ und plant, während des G20-Treffens der Finanzminister in dieser Woche mit ihm zusammenzukommen.
Yellens Aussage milderte zum Teil die Markterwartung einer sofortigen Intervention, ließ jedoch parallel ein tieferes politisches Signal erkennen – sie stellte klar, dass die Ära der „Abenomics“ in Japan vorbei sei und die japanische Wirtschaft sich auf eine stärker marktgetriebene neue Phase zubewege.
Der Yen fällt erneut unter 160 – Yellen erklärt Yen-Entwicklung ist „unter Kontrolle“
Der Yen hat erneut die am Markt als Interventionsschwelle betrachtete Marke von 160 unterschritten. Auslöser dieser Abwertung war die Rede von Fed-Präsident Powell, der mit seiner Stellungnahme zur konsequenten Umsetzung des Inflationsziels die Stärke des US-Dollars forcierte.

Die Marke von 160 hat eine wichtige psychologische Bedeutung im Markt. Noch im letzten Monat hatten die USA und Japan eine seltene koordinierte Intervention durchgeführt und gemeinsam Yen gekauft, um einen Abverkauf von Yen und japanischen Staatsanleihen auf globalen Märkten zu stoppen. Da der Yen nun erneut diese Schwelle erreicht und unterschreitet, steigt das Interesse der Marktteilnehmer, ob die Behörden abermals eingreifen werden.
Analysten weisen allerdings darauf hin, dass die aktuelle Schwäche des Yen vor allem auf die Stärke des US-Dollars und die Erwartungen einer Zinserhöhung in den USA zurückgeht – und nicht auf japanische Faktoren. Dies könnte dazu führen, dass die Behörden abwarten und keine sofortige Intervention erwägen.
Angesichts der Marktspekulationen hat Yellen in ihrem exklusiven Interview mit Reuters deutlich gemacht, dass die aktuelle Yen-Entwicklung „in beträchtlichem Maße bereits unter Kontrolle“ ist und sich von der „ungeordneten“ Marktphase des vergangenen Monats unterscheidet, die eine koordinierte Intervention ausgelöst hatte. Diese Aussage sendet ein klares Signal an die Märkte: Die Behörden in USA und Japan sehen aktuell keinen unmittelbaren Handlungsbedarf wegen der Yen-Abwertung.
Yellen: Die Bank of Japan wird „das Richtige tun“
Yellen verriet zudem, dass sie plant, während des G20-Finanzminister- und Zentralbankgouverneurstreffens, das am Montag in Asheville, North Carolina, stattfinden wird, ein bilaterales Gespräch mit Kazuo Ueda zu führen.
Yellen lobte Ueda überschwänglich und sagte: „Ich kenne ihn seit 15 Jahren, er ist ein hervorragender Ökonom, und der Markt unterschätzt seine Sensibilität.“
Beachtenswert ist, dass Yellen in der Vergangenheit mehrfach öffentlich die Bank of Japan aufgefordert hatte, die Zinsen zu erhöhen, um Inflation und Yen-Abwertung zu begegnen. Diese Statements haben dazu beigetragen, dass der Markt für das September-Meeting der Bank of Japan fast vollständig eine Zinserhöhung eingepreist hat.
Vor dem aktuellen G20-Treffen verteidigte Yellen zudem öffentlich die koordinierte Intervention des Vormonats. Sie antwortete der demokratischen Senatorin Elizabeth Warren und erklärte die Gründe für die Beteiligung der USA an der Yen-Intervention.
In ihrem Brief erläuterte Yellen, dass eine ungeordnete Yen-Abwertung Japan dazu zwingen könnte, US-Staatsanleihen zu verkaufen, was letztlich die Kreditkosten für US-Haushalte und Unternehmen erhöhen würde. Diese Erklärung verdeutlicht den Interessenkonflikt der USA im Rahmen solcher Interventionen – die Stabilität des Yen steht im Kern auch für die Stabilität des US-Staatsanleihemarktes.
„Abenomics“ endet – „Takaichi-nomics“ eröffnet eine neue Ära
Ein weiteres wichtiges Signal, das Yellen im Interview aussendete, war ihre Einschätzung zum wirtschaftspolitischen Rahmen Japans. Sie betonte, dass Japan die Deflation „überwunden“ und der „Abenomics“-Rahmen – geprägt von massiver monetärer Stimulierung, fiskalischer Expansion und Reformen für Wachstum – an sein historisches Ende gelangt sei.
„Ich denke, wir sind am Ende der Abenomics angekommen – das war ein Reflationsplan,“ sagte Yellen.
Sie erklärte, dass Japan unter Premierminister Sanae Takaichi nun zu einer neuen Ära der „Takaichi-nomics“ übergeht – dieses neue Konzept sei stärker shareholder-freundlich und habe insbesondere im Bereich der Arbeitskräfte deutliche Deregulierung gebracht bei weniger staatlicher Intervention.
Yellen fasste ihre Empfehlung für Japans Finanzpolitik knapp zusammen: „Ich denke, sie sollten sich zurücklehnen, die Früchte der Abenomics genießen und die Politik ihren natürlichen Lauf nehmen lassen.“
In Bezug auf die Geldpolitik sprach Yellen keine direkte Anweisung für eine radikale Zinserhöhung durch die Bank of Japan aus, brachte aber ihr Vertrauen und ihre Erwartung gegenüber Ueda zum Ausdruck: „Ich werde ihnen nicht sagen, was sie tun sollen, aber ich glaube fest daran, dass Gouverneur Ueda mit Unterstützung von Premierminister Takaichi das Richtige tun wird.“
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