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Der Ölpreisverfall verändert den politischen Kurs, die Hürden für eine zweite Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank steigen leise.⑴ Seit dem Juni-Treffen ist Brent-Rohöl beeinflusst von einem Memorandum zwischen den USA und Iran um etwa 20% gefallen, was die Entscheidungsträger überrascht hat und einen deutlichen Tonwechsel bei den Falken ausgelöst hat. ⑵ Die lange Politikpause von Juni bis September hat Raum für eine Preisrücksetzung im Energiesektor geschaffen, und dieses Abwärtsrisiko ist nun eingetreten. Das Vertrauen in eine zweite Zinserhöhung schwindet, die Logik einer „einmaligen Zinserhöhung“ wird zunehmend gefestigt. ⑶ Institutionelle Quellen bestätigen diesen Wandel und weisen darauf hin, dass das schnelle Sinken der Ölpreise die Dringlichkeit weiterer geldpolitischer Straffungen abgeschwächt hat – selbst als besonders strikte bekannte Beamte haben inzwischen zugegeben, dass eine zusätzliche Zinserhöhung in der aktuellen Phase nicht mehr ausreichend begründet ist. ⑷ Die neuesten Inflationsdaten stellen diese Einschätzungen nicht in Frage: Die Erstwerte aus französischen und deutschen Bundesländern sind schwächer ausgefallen und bestätigen das steigende Risiko, dass die Leitzinsen ihren Höchststand erreicht haben könnten. ⑸ Auf Ebene der Euro-Wechselkurse zeigt sich diese leichte taubenhafte Wende bereits im Kursverlauf. Der Euro ist sowohl gegen den US-Dollar als auch gegen das Pfund Sterling nur schwach zurückgeprallt, beim Euro gegenüber dem Pfund bleibt der Druck am unteren Band des Seitwärtskanals bestehen. Sollte die Marke von 0,8600 klar unterschritten werden, könnte dies den Weg für einen weiteren Rückgang in Richtung Mitte bei 0,85 öffnen.