Analyse – Der Weg der Umstrukturierung von Volkswagen
路透社2026/09/25 05:11Rachel More/Christina Amann
Reuters Berlin, 25. September - Obwohl CEO Oliver Blume von Volkswagen VOWG_p.DE die Zustimmung der Stakeholder zu seinem Restrukturierungsplan (link) erhalten hat, stehen ihm in Deutschland weiterhin harte Verhandlungen zu Entlassungen und Werksschließungen bevor. Gleichzeitig muss er sich grundlegenden Fragen zur US-Strategie des Automobilherstellers stellen.
Hier ein Leitfaden dazu, was als Nächstes passiert.
Überprüfung der Märkte in den USA und China
Der Aufsichtsrat von Volkswagen wird sich am Freitag treffen. Zu entscheiden ist über alles vom Restrukturierungsdetails bis zur US-Strategie – als zweitgrößter Autohersteller der Welt hat Volkswagen durch hohe Zölle in den USA bereits Verluste in Milliardenhöhe erlitten.
Volkswagen muss zudem eine langoffene Frage klären: Soll die Premium-Marke Audi in den USA einen eigenen Produktionsstandort aufbauen – was der Zustimmung des Aufsichtsrats bedarf.
Das deutsche Unternehmen plant außerdem (link), sich auf die profitabelsten Segmente des US-Markts zu konzentrieren, darunter Pick-ups und große SUVs.
Zwar dürfte die Hälfte der geplanten 50.000 Stellenstreichungen in Deutschland erfolgen, aber Volkswagen restrukturiert auch in anderen Regionen.
Um auf den Absatzrückgang zu reagieren (link), hat das Unternehmen die Zahl seiner Angestellten in China von 90.000 auf 70.000 reduziert und plant weitere Einsparungen. Die Produktionskapazität in China soll um 500.000 Fahrzeuge verringert werden.
Vorerst kein Streik
Deutschlands größte Industriegewerkschaft ist durch eine Streikvereinbarung gebunden, die bis zum 1. Januar 2027 gilt, und sucht derzeit nach anderen Möglichkeiten, Druck auf das Management auszuüben.
Am 30. September werden Vertreter der Industriegewerkschaft Metall (IG Metall) voraussichtlich mit der Geschäftsleitung über Bedenken beraten, dass die Restrukturierung gegen den Tarifvertrag 2024 verstoßen könnte (link).
Durch diese Vereinbarung kam es in Deutschland zur ersten Entlassungswelle von 35.000 Beschäftigten. Im Gegenzug verpflichtete sich das Unternehmen zu einem Beschäftigungsschutz bis Ende des Jahrzehnts sowie zu Investitionen in Werke, die aktuell von der Schließung bedroht sind.
Zwar hatten die Arbeitnehmervertreter und das Land Niedersachsen als zweitgrößter Aktionär von Volkswagen dem (link) Gesamtplan bei der Vorstandssitzung vor drei Wochen zugestimmt, dennoch bemühen sie sich weiterhin, den Arbeitsplatzabbau vor Ort zu begrenzen.
Die Gewerkschaft strebt an, die geplanten 25.000 Stellenstreichungen in Deutschland als Verhandlungsbasis zu nutzen, wobei sie den Fokus auf Kostenkontrolle statt reine Zielvorgaben für den Personalabbau legt.
Bedrohte Werke an kritischem Punkt
Volkswagen will bis Ende Juni 2027 einen Fertigungsplan für Europa vorlegen – eine entscheidende Phase für bereits gefährdete Werke.
Um der anhaltend schwachen Nachfrage zu begegnen, plant das Unternehmen eine Kapazitätskürzung um mehr als 500.000 Fahrzeuge; die Werke in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm sollen zwischen 2031 und 2034 schrittweise geschlossen werden.
Zu den Lösungen könnten eine Ausrichtung auf die Rüstungsindustrie oder Partnerschaften mit China gehören, bislang gibt es aber keine konkreten Pläne.
Auch bei der Arbeitszeit besteht Spielraum (link), denn der Vertrag von 2024 sieht vor, dass bei finanziellen Problemen eine Vier-Tage-Woche vereinbart werden kann.
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