Möglichkeiten im Mai-PCE entdeckt!
PCE
Bevor wir mit den Nachrichten von heute beginnen, möchte ich kurz auf einige Veränderungen im Kanal eingehen.
Zunächst werden wir weiterhin den langfristigen Investmentgedanken beibehalten, daran wird sich nichts ändern. Gleichzeitig werde ich jedoch, wenn kurzfristige Handelschancen erkennbar sind, offen und transparent mitteilen, welche Chancen wir sehen, welche Risiken bestehen, inklusive kleinerer kurzfristiger Trades oder von mir erdachter Pair-Trades. Das Ganze wird also zukünftig nicht mehr verschleiert dargestellt. Ziel ist hierbei vor allem der Ideenaustausch und das Teilen von Erfahrungen. Viele Zuschauer denken in ähnlichen Bahnen, wissen aber oft nicht genau, wie sie konkret vorgehen sollen. Deshalb werde ich künftig meinen Ansatz offen teilen – vielleicht kann das manchen als Inspiration dienen.
Außerdem: Wenn ich oder andere Analysten aus dem Team interessante Trades haben, werden wir diese noch am selben Tag mit euch teilen und dabei klar sagen, welches Risiko und welche Rendite wir erwarten und welche Katalysatoren wir sehen. So bekommt ihr etwas von unserer Herangehensweise mit und könnt möglicherweise durch unsere Praxiserfahrungen typische Fehler vermeiden.
In letzter Zeit habe ich die Entwicklung des US-Immobilienmarktes beobachtet und bereits in den Nachrichten einige Details angesprochen. Analyst Steven und ich haben am US-Pink-Sheet-Markt FMCC Freddie Mac gekauft. Der Katalysator wäre der formelle Beschluss des Affordable Housing Acts sowie ein mögliches Relisting. Allerdings ist die Liquidität am Pink-Sheet-Markt extrem gering, das Risiko daher sehr hoch. Sollten zwei oder mehr Zinserhöhungen kommen oder keine Besserung der Inflation in Sicht sein, würde ich die Position neu bewerten. Daher wird die Positionsgröße sehr klein sein. Das ist meine persönliche Meinung und stellt keine Anlageberatung dar. Soweit dazu.
Gut, die Veränderungen treten ab nächster Woche in Kraft. Für mich bringt das mehr Antrieb und Herausforderung – ich freue mich darauf und danke euch für euer kritisches Feedback und eure Vorschläge. Offen gesagt: Mit euch fertigzuwerden ist oft schwieriger als mit börsennotierten Unternehmen – aber ich mag das.
Kommen wir nun kurz zu den PCE-Daten vom Mai und im Anschluss zu Neuigkeiten von OpenAI und Apple.
Die gestrigen PCE-Zahlen entsprachen im Großen und Ganzen den Erwartungen. Wichtiger und richtungsweisender ist die Kern-PCE-Wachstumsrate gegenüber dem Vormonat, die bei 0,3 % lag – damit etwas schneller als die 0,25 % im April und die 0,3 % im März. Der Trend hat sich im Mai also nicht abgeschwächt. Zwar ist der Ölpreis im Juni deutlich gefallen, aber der Einfluss auf die Kerninflation dürfte kaum linear und eher zeitverzögert eintreten. Sollte nichts Unvorhergesehenes passieren, dürften die August- und Septemberzahlen entscheidend für die Inflationsentwicklung zum Jahresende sein.
Schauen wir auf die wichtigsten Details im Dienstleistungssektor. Im PCE haben Gesundheitsversorgung und Wohnungswesen das größte Gewicht im Dienstleistungsbereich. Im Mai gab es bei Gesundheitsleistungen einen starken monatlichen Anstieg, während sich das Wohnungswesen deutlich abkühlte. Insgesamt haben sich beide Effekte weitgehend ausgeglichen. Aus Sicht der Preisstabilität ist die Abschwächung im Wohnungsbereich günstiger für die Kerninflation. Aber wird sich diese Abkühlung fortsetzen? Der stärkste Treiber hierfür ist im Detail die Entwicklung der Mieten, und hier insbesondere der Mietwert von selbstgenutztem Wohneigentum. Dieser Wert ist von seinem Hoch im Dezember 2022 über rund drei Jahre hinweg gesunken, erreichte im vierten Quartal 2023 ein Tief und sprang im April dieses Jahres sprunghaft nach oben, um im Mai wieder deutlich zu sinken. Ich denke, diese Schwankung ist durchaus aussagekräftig.
Natürlich bedeutet das nicht zwangsläufig, dass die Jahresrate signifikant abnimmt, es dürfte aber darauf hinweisen, dass der schlimmste Zeitpunkt für die Dienstleistungs- und Kerninflation wohl im April dieses Jahres lag – der Tiefpunkt dürfte also durchschritten sein. Wenn die entsprechenden CPI-Komponenten im Juni einen ähnlichen Trend zeigen, denke ich, dass die aktuelle Marktbewertung hinsichtlich Zinserhöhungen und Inflation etwas zu pessimistisch ausfällt und das tatsächliche Risiko geringer ist als angenommen. Der 14. Juli mit der CPI-Veröffentlichung wird ein wichtiger Test dieses Szenarios sein – aufmerksam bleiben!
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